Befestigter Sakralbau

Bastionen und Kanonen unter dem heiligen Kreuz

 

Kathedralen, Basilikas, Klöster, Stifte und auch Dorfkirchen, die mit typischen Festungsbauwerken für den Einsatz von Feuerwaffen ausgestattet sind.

 

 

„Ein' feste Burg ist unser Gott...“ – so beginnt ein berühmter Choral des Reformators Martin Luther (1483–1546). Besonders die Reformation und das Vormachtstreben der Osmanen entfachten religiös bedingte Kriege, in deren Folge sich viele Sakralbauwerke mit neuzeitlichen Festungsanlagen und Kanonenstellungen verstärkten. Das gilt auch für die weltberühmte Schlosskirche von Wittenberg, an deren Tür Martin Luther 1517 seine 95 Thesen anschlug.

 

Eines der prächtigsten befestigten Sakralbauten Europas ist das als rechteckige Zitadelle ausgebildete Paulinenkloster in Czestochowa, welches als kultureller und religiöser Mittelpunkt Polens bezeichnet wird. Hoch über dem österreichischen Donauabschnitt thront das Benediktinerkloster Stift Göttweig, auf starken Festungsmauern ruhend. Weiter stromabwärts im ungarischen Esztergom erhebt sich der Dom von Esztergom, die Kathedralkirche des römisch-katholischen Erzbistums und Mutterkirche des Landes Ungarn über die Landschaft, umringt von hohen Festungsmauern an den Donauhängen. Von den Türken im 16. Jahrhundert zerstört, wurde sie Anfang des 19. Jahrhunderts neu aufgebaut.

 

Neben solchen überragenden Festungs-Denkmalen existiert zwischen Ostsee und Adria eine große Zahl von Wehrkirchen und Kirchenburgen, die zum Schutz gegen Angreifer mit einfachen Bauelementen ergänzt wurden. Erbauer waren vor allem die einheimischen Bauern. Solche äußerst vielfältigen Konstruktionen sind besonders häufig in Mittel- und Süddeutschland verbreitet, sehr interessant für Entdecker mit dem Blick für Befestigungsarchitektur.

 

Die berühmten Wehrkirchen in Rumänien stehen unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes.