Zitadellen

Festungen in der Festung

 

Selbständiger, meist geometrisch, mit 4 oder 5 Bastionen besonders stark ausgebauter Teil einer Festungsstadt; letzte Rückzugsmöglichkeit für Verteidiger.
(Bsp. ´s-Hertogenbosch, NL, s.oben)

 

Die Zitadelle (ital. Citadella „kleine Stadt“) bildete als befestigte „Insel“ innerhalb einer Festungsanlage ein weiteres Verteidigungsbollwerk. Sie war für die Stationierung von Militär konzipiert und sollte die Verteidigung der Truppen über einen längeren Zeitraum sicherstellen. Zitadellen wurden als Quadrat oder Pentagon angelegt, an den Ecken mit Bastionen ausgestattet und meist als zusätzliche Verstärkung dort errichtet, wo man die Hauptlast eines Angriffs befürchtete oder den Schwachpunkt einer Festung erkannt hatte.

 

  • Alessandria_citadel
  • Juelich-Zitadelle
  • s-hertogenbosch_stad_1866_citadel

 

Eindrucksvolle Beispiele sind Alessandria und Parma in Norditalien oder Wesel, Jülich, Berlin-Spandau in Deutschland. Auch Rom (die Engelsburg), Jaca oder Pamplona in Spanien, Bayonne, Lille oder Besancon in Frankreich, Kopenhagen in Dänemark, Diest in Belgien verfügen über faszinierende Zitadellen.

 

Absolutistische Fürsten nutzten Zitadellen auch als „Zwingburg“. Mit ihr konnten Städte, die als politisch unzuverlässig galten, unter Druck gesetzt und Aufstände erstickt werden.

Der Klerus trug ebenso erheblich zum Festungsbau bei. So errichteten die Mainzer Bischöfe ihre Zitadelle als Residenz ebenso wie die Zitadelle Petersberg in Erfurt (Deutschland).

 

  • Barletta_Citadel
  • Doemitz_Aerial
  • Engelsburg